Den Keller zu einer Hobbywerkstatt ausbauen – Teil 3

Den Keller zu einer Hobbywerkstatt ausbauen - Teil 3

In Teil 3 werde ich zunächst erklären wie ich die Arbeitsplatten geplant und montiert habe. Abschließend zeige ich noch, wie die Schubkästen entstanden sind.

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Arbeitsplatte für die Hobbywerkstatt

Die Arbeitsplatte in einer Hobbywerkstatt sollte etwas aushalten können. Gleichzeitig soll die Oberfläche auch leben. Es ist keine sterile Umgebung, und man darf der Arbeitsplatte ruhig ansehen, dass dort auch gearbeitet wird. Ich habe mich daher für eine unbehandelte Leimholz-Arbeitsplatte entscheiden. Gekauft im Globus Baumarkt im Rahmen einer 20% Aktion, die regelmäßig stattfindet. Bei 5 benötigten Platten hat sich das ganz gut gelohnt. Als erstes Habe ich die Seite auf der die Kappsäge stehen soll zugesägt und dann den Rest. Ich habe alles mit Stumpfen Stoß ohne Firlefanz gemacht. Der Zuschnitt der Arbeitsplatten erfolgte mit der Handkreissäge und Führungsschiene.

Den Keller zu einer Hobbywerkstatt ausbauen - Teil 3
Montage der Arbeitsplatten auf den Unterschränken

Nach dem die Platten lagen, habe ich gleich geschaut, wie die Kappsäge ihren Platz einnehmen kann. Auf den Fotos sieht man auch, wie die Zugfunktion eine Tiefe von 900 mm benötigt. Bei der Bosch GCM 8 SJL schieben sich die Führungsstäbe signifikant nach hinten. Das muss bei der Wahl des Standplatzes berücksichtigt werden.

Hier sieht man die Schwenkfunktion. Diese ist sinnvoll, wenn man mit Winkel zuschneiden mag, z.B. Gehrungen oder so.

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Den Keller zu einer Hobbywerkstatt ausbauen - Teil 3
Schon als die Säge an ihrem Platz stehen konnte, erhöhte sich die Arbeitsgeschwindigkeit
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Hier steht die Kappsäge zum ersten Mal auf ihrer späteren festen Position.

Versiegelung der Arbeitsplatte

Die Echtholz Arbeitsplatten werden unbehandelt verkauft. Ich habe mich deswegen dafür entschieden sie zu behandeln, damit die Oberfläche strapazierfähiger wird. Dafür habe ich mir das Arbeitsplattenöl von Clou besorgt. Wie man auf den Fotos erkennt führt es zu einer sogenannten Flammung, das bedeutet das die Maserung des Holzes verstärkt wird und sich dunkler abzeichnet.

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Arbeitsplattenöl von Clou
Den Keller zu einer Hobbywerkstatt ausbauen - Teil 3
Der Unterschied ist schon während der Behandlung mit dem Arbeitsplattenöl deutlich zu erkennen.

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Hier sieht man die behandelten Arbitsplatten.
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Fertiges Ergebnis nach der Behandlung mit dem Arbeitsplattenöl von Clou

Schubladen für die Hobbywerkstatt

Hier sieht man noch einmal ein paar Impressionen vom Zuschnitt für die Schubladen in der halbfertigen Hobbywerkstatt. Grobzuschnitt zunächst wieder mit der Handkreissäge und der Führungsschiene.

Für ein effektiveres Arbeiten habe ich immer zwei OSB Platten beim Zuschnitt mit der Handkreissäge übereinander gelegt. Mit kleinen Schraubzwingen konnte ich diese ganz gut fixieren, sodass sie während des Sägens nicht verrutschen.

Den Keller zu einer Hobbywerkstatt ausbauen - Teil 3
Doppelter Plattenzuschnitt für die Schubkästenböden aus OSB

Die Seitenelemente habe ich dann auf der Tischkreissäge gesägt. Durch den Parallelanschlag der GTS 10 XC war das eine sehr unkomplizierte Sache. Da hat sich zum ersten mal gezeigt, wie genial so eine Säge mit Parallelanschlag ist. Die OSB Platten schneidet sie mit ihrem Kräftigen Motor wirklich mühelos durch.

Den Keller zu einer Hobbywerkstatt ausbauen - Teil 3
Zuschnitt der Seitenelemente der Schubkästen

Die Länge der Seitenelemente habe ich abschließend mit der Kappsäge zugesägt. Die Kombination aus Kppsäge und Tischkreissäge hat die Arbeit zügig voranschreiten lassen.

Montage der Schubladen

Zwei Eckwinkelzwingen haben sich bei der Montage als sehr hilfreich erwiesen. Diese gibt es für etwa 15 € bei ebay und co zu kaufen. Weiterhin habe ich die Elemente verleimt und verschraubt. Die 15 mm OOSB Platte habe ich mit 4 x 40 mm Spax verschraubt. Damit die Platte an der Kannte nicht einreißt, habe ich natürlich erst vorgebohrt und auch angesenkt. Die großen Schubladen für den Schrank mit 900 mm Tiefe waren eine besondere Herausforderung in meiner Hobbywerkstatt, da ich die 600 mm OSB Platten mit Hilfe der Nut und Feder auf 800 mm Tiefe erweitert habe. Damit komme ich auf ein Gesamtmaß vom 945 x 900 mm für die großen Schubladen direkt unter der Kappsäge.

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Fertig montierte Schubladen aus OSB 15mm

Fürs anzeichnen der Auszugpositionen habe ich mein Streichmaß verwendet. Das ist hierbei wirklich eine Empfehlung.

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Fertig Montierte Schubkästen vor der Montage der Auszugschienen

Die Auszugleisten habe ich mit 3 x 16 mm Spax montiert. Ich kann an dieser Stelle eine genaue Skizze empfehlen, damit die Position jeder Schublade auch wirklich passt. Ich glaube das war eine der größten Herausforderungen beim Möbelbau für meine Hobbywerkstatt. Zudemkann ich euch auch Vollauszüge ans Herz legen. Ob ihr ein „Softclosing“ braucht, müsst ihr für euch selbst entscheiden. Aus Kostengründen habe ich mich persönlich dagegen entschieden. Macht bei den Vollauszügen fast den doppelten Preis pro Auszug.

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Montage der Auszugleisten an dem Schubkasten vor dem Einsetzen
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Fertig eingesetzte Schubladen im Unterschrank noch ohne Frontblende
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Fertige Schubladen mit den Vollauszügen noch ohne Frontblende

Dies ist ein mehrteiliger Artikel:
Teil 1 – OSB-Wand einziehen
Teil 2 – Unterschränke und Regale

Den Keller zu einer Hobbywerkstatt ausbauen - Teil 3
Transparenz

Ich habe alles von meinem eigenem Geld gekauft. Es gab zu diesem Post keine Kollaboration mit einer Firma. Die Nennung der Marken könnte man Als Werbung auslegen, daher kennzeichne ich diesen Beitrag als solche. Ich übernehme auch keine Garantie auf Richtigkeit und Vollständigkeit meiner Aussagen.

12 Kommentare

  1. Philipp
    12. April 2020 / 8:59

    Hallo Daniel, coole Werkstatt, hast dir echt Mühe gegeben.
    Tolles Projekt, viel Spaß dabei noch.
    LG Philipp

    • Daniel
      Autor
      12. April 2020 / 17:01

      Vielen herzlichen Dank für deinen Kommentar! LG zurück, Daniel

  2. Tom
    9. Juli 2020 / 18:43

    Da werd ich mir das ein oder ander abgucken 😏

    • Daniel
      Autor
      14. Juli 2020 / 19:35

      Hallo Tom,
      gerne doch. Das freut mich zu hören, dass ich dich inspirieren konnte.
      Viele Grüße,
      Daniel

  3. 19. August 2020 / 9:39

    Hallo Daniel, ich bin gerade bei den Anfängen einer Holzwerkstatt. War es bisher ein Sammelsurium an alten Schränken, will ich nun selbst Hand anlegen. Dein Projekt gefällt mir gut. Meine Werkstatt wird etwa so groß wie deine. Kannst du schätzen, wie viel m² OSB du verbaut hast? Ich würde gern nur einmal bestellen, weil ich weit außerhalb wohne und ich mir die Platten liefern lassen will. Was hast du an Holzqualität für die Konstruktion der Schränke verwendet, sägerau oder gehobelt? Fichte, Tanne, Buche, Lärche?
    Weiter erwäge ich, den Bau auch irgendwie zu dokumentieren. Deine Bilder, Beschreibungen und Videos sind schon ganz gut. Anfangs hatte ich bei LetsB… Videos geschaut, aber der Typ ging mir nach einer Weile echt auf den Zünder. Deswegen suchte ich nach sachlicherer Information. Danke für die Inspiration.

    • Daniel
      Autor
      21. August 2020 / 7:58

      Lieber Ralf, das ist wirklich ein sehr lieber und auch ausführlicher Kommentar. Vielen Dank für dein positives Feedback. Ich versuche meine Artikel immer mit den Augen eines Quereinsteigers zu schreiben, weil das bin ich nun mal. Deine Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Also ich habe das bisher noch nicht überschlagen. Aber es waren bestimmt insgesamt 35-40 OSB-Platten. Aber du kannst dir vielleicht eine Liste machen: Je nach Größe des Unterbauschrankes würde ich etwa 1,5 Platten rechnen. dann brauchst du nur zählen wieviele es ungefähr werden. Die Schubladen sind wahre Holzfresser. bei einem 1.000 mm breiten Schrank mit 4 Schubladen würde ich 3,5 – 4 Platten rechnen. Die Verkleidung der Wand habe ich nicht mitgerechnet, das lässt sich über die Fläche gut kalkulieren. Ansonsten habe ich damals sägerauh verwendet und das nur mit einem Exzenterschleifer geschliffen. Ich denke es war einfach nur Fichte. Für die Schubladen war eine Kreissäge mit Anschlag und die Kappsäge echt Gold wert! Ich hoffe ich konnte dir etwas helfen und wünsche dir viel erfolg bei deinem Projekt. Falls du Instagram hast, kannst du dich da auch gerne mal melden. Oder hinterlass doch einen Kommentar, wo man deine Werkstatt dann zu sehen bekommt. Es freut mich das dir meine Fotos gefallen. Liebe Grüße, Daniel

  4. Jens D.
    11. September 2020 / 12:59

    Hi Daniel, das ist mal ein wirklich informativer Artikel zum Thema. Sehr schön finde ich, dass Du auch Konstruktionsdetails erwähnst die anderswo gern fehlen (15er Platten, welche Schrauben, etc.)
    Ich bin gerade selbst beim Bau der Werkstatteinrichtung aus OSB und habe mir da einiges von den einschlägigen YouTubern abgeschaut. Am Ende habe ich einige Entscheidungen genau wie Du getroffen – modulare Bauweise, Arbeitsplatte Holz anstatt Küchenplatte, Vollauszüge.
    Wie hat sich die Werkstatt bis jetzt bewährt? Würdest Du es wieder genauso machen oder gibt es Verbesserungspotential?
    Vielen Dank nochmal für deine tolle Dokumentation!
    Beste Grüße aus Köln,
    Jens

    • Daniel
      Autor
      1. Oktober 2020 / 22:00

      Hallo Jens,
      bitte entschuldige meine späte Antwort. Ich freue mich sehr über deinen Kommentar und noch viel mehr über dein Lob zu meinem Artikel. Ich muss sagen es hat sich alles bewährt bisher. Die OSB sind wirklich eine gute Lösung und bezahlbar.
      Ich sehe nur bei den Füßen etwas Verbesserungspotential da bin ich nicht so ganz zufrieden und würde auf eine andere Lösung Zugreiben, wenn ich es nochmal machen würde. Eine deutlich robustere Variante mit besserer Einstellmöglichkeit. Mein Boden ist kaum und schief und die Montierten Füße sind nicht perfekt geeignet, weil ihre Einstellmöglichkeiten an manchen stellen nicht ausreichen.
      Aber ansonsten bin ich mega happy über meinen Hobbykeller.
      Beste Grüße zurück, Daniel

  5. Dieter
    8. Oktober 2020 / 13:27

    Hallo Daniel
    bin heute durch Zufall auf deinen Blog gestossen. Ich bin noch mittendrin in meinem Werkstattausbau.
    Das was du mit dem Platzbedarf der Kappsäge beschreibst, hat mich die letzten Wochen immer wieder geärgert. Wenn ich seinerzeit bei der Anschaffung gewusst hätte, dass es Kappsägen mit Posaunenauszug gibt (die Führungsstangen fahren nicht nach hinten aus!), dann käme ich mit ner 60er AP Tiefe hin.
    Ich hab mich mittlerweile entschieden, meine aktuelle Makita Kappsäge wieder zu verkaufen und mir eine kleine Festool zu holen.
    Ich wünsch dir weiterhin gutes Gelingen und viel Spass in deiner Werkstatt.
    Dieter

    • Daniel
      Autor
      10. Oktober 2020 / 12:58

      Hallo Dieter,
      vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar und den Besuch meiner Webseite. Ja, das Platzproblem ist wirklich ein Ding gewesen. Die große von Bosch war mir aber leider doch zu teuer, genau wie die von Festool. So viel Budget war einfach nicht machbar. Allerdings hat die große Bosch noch den Vorteil der Drehzahlregelung und man könnte somit auch weiche Metalle zuschneiden. Das hätte ich mittlerweile doch gerne auch irgendwie. Aber der Preis ist eben schon eine echte Ansage. Denke mit der kleinen Festool ist es ähnlich. Ich wünsche dir viel Spaß mit deiner Festool Kappsäge und hoffe sie wird dir treue Dienste leisten.
      Viele Grüße, Daniel

  6. Michael
    23. März 2021 / 17:27

    Hallo Daniel,

    sehr cooler Bericht über deine Werkstatt und sieht wirklich klasse aus. Einige Tipps sind für mich super hilfreich, da ich auch gerade dabei bin meine Werkstatt zu beplanen.
    Welche Maße hatte denn deine Arbeitsplatte beim Kauf? 3000x900x40mm? Hast du die dann entsprechend auf 60cm gekürzt? Und was hast du mit der Rundung gemacht, die solche Platten eigentlich immer aufweisen?

    Dank dir für die Antwort.

    VG
    Michael

    • Daniel
      Autor
      27. März 2021 / 21:42

      Hallo Michael,
      eine Frage zu der Arbeitsplatte hatte ich auch schon mal in dem Artikel: https://daniellaqua.de/kappsaegestation-fuer-die-bosch-professional-gcm-8-sjl-paneelsaege/. Ich habe folgende Arbeitsplatte verwendet:
      Maße: 2500 x 600 x 40 mm
      Hier der Link mit dem Produkt: https://www.globus-baumarkt.de/mehrzweckplatte-fichte-unbehandelt

      Die Arbeitsfläche ist somit immer nur 600 mm. Die Ausnahme ist die Stelle bei der Kappsäge, da habe ich noch mal ein Stück von 300 mm Tiefe dahinter gesetzt um auf die insgesamt 900 mm zu kommen. Dabei wird die 300 mm Lücke durch die beiden Regale links und rechts der Kappsäge abgedeckt. Die Unterschränke sind aber entsprechend tief. Da habe ich ein wenig getrickst. schau dir mal die Fotos genau an, dann sieht man das, wenn man es weiss. Diese Arbeitsplatte ist massiv und besitzt keine Rundung. Deswegen habe ich mir die auch bei der 20% Aktion gegönnt. Und ich finde sie immer noch echt mega gut! Es ist auch keine „Arbeitsplatte“ für Küchen oder so. Sie ist bei uns im normalen Bauholzbereich zu finden. Ich hoffe ich konnte dir etwas weiter helfen.

      Vielen Dank für deinen Kommentar und dein Feedback!
      Beste Grüße,
      Daniel

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